Hans Saalfeld - Mann der ersten Stunde


Hans Saalfeld wurde am 03. Juni 1928 in Hamburg geboren

Der Vizepräsident a. D. der Hamburgischen Bürgerschaft und langjährige ehemalige Hamburger DGB- Vorsitzende, Hans Saalfeld, steht seit der ersten Stunde nach dem Krieg aktiv im politischen und öffentlichen Leben Hamburgs. Gleich nach seiner Rückkehr aus britischer Kriegsgefangenschaft im Sommer 1945 trat Hans Saalfeld bereits am 26.August 1945 in die SPD und am 1.September 1945 in die Gewerkschaft ein. In beiden Organisationen - SPD und Gewerkschaften - übte er von Beginn an vielfältige Funktionen aus.


Hans Saalfeld entstammt einer in der Sozialdemokratie und der Gewerkschaftsbewegung fest verankerten Arbeiterfamilie, die in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft schweren politischen Verfolgungen ausgesetzt war. Sein Vater , Hermann Saalfeld, war außer in der SPD und der Gewerkschaft aktives Mitglied des Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und deshalb den Nazis ein besonderer Dorn im Auge. Seiner Partei, der SPD, und der Gewerkschaft sowie der Hamburgischen Bürgerschaft gehörte Hans Saalfeld in Fortführung der Familientradition bereits in der dritten Generation an.

Nach seinem Großvater um die Jahrhundertwende war sein Onkel, Rudolf Saalfeld, der frühere Bevollmächtigte der IG Metall in Hamburg, SPD-Bürgerschafts-Abgeordneter. Vor Kriegsdienst und Gefangenschaft hatte Hans Saalfeld eine Maschinenbaulehre in der Werkzeugmaschinenfabrik "Heidenreich und Harbeck" absolviert. Diese Metallbranche lag nach dem Krieg völlig danieder. Deshalb nahm er am 1.September 1945 bei der damaligen Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Konsumgenossenschaften (GEG) die Arbeit als Betriebshandwerker im Hauptlager auf der Peute auf.

Ab 1960 war er Hamburger Vorsitzender und Bezirksleiter der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) und von 1969 bis 31.12.1988 DGB-Vorsitzender in Hamburg. 25 Jahre gehörte Hans Saalfeld der Hamburgischen Bürgerschaft an.
6 Jahre, von 1972 bis 1978, war er stellvertretender Vorsitzender der SPD- Bürgerschaftsfraktion und rund 12 Jahre, von 1978 bis 1991, Vizepräsident des Hamburgischen Landesparlamentes. Neben seinen Aufgaben in der Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik des Parlaments setzte er sich für die Erhaltung der Arbeitsplätze ein. 1971 brachte er den Antrag zur damaligen Parlamentsreform für die SPD-Fraktion ein, mit der auch die Mitbestimmung der Arbeitnehmer in den öffentlichen Unternehmen verbessert werden konnte. Dieser Antrag war auch verbunden mit dem Ausscheiden der Senatoren aus dem Parlament und der Abgeordneten aus den Deputationen. Hans Saalfeld unterstützte alle Bemühungen um das 1974 in Kraft getretene Bildungsurlaubsgesetz. Besondere Aufmerksamkeit widmete er den Arbeitnehmern, den wirtschaftlich Schwächeren, den Arbeitslosen und Benachteiligten, die immer im Mittelpunkt seines politischen Wirkens standen.

Als wichtigste politische Aufgabe aller demokratischen Kräfte sieht er die Wahrung des freiheitlichen, sozialen und demokratischen Rechtsstaates. Denn, so Hans Saalfeld,
„Wer die Freiheit nie verloren hat, wird nie ermessen können, wie schwer es ist, sie zurück zu gewinnen“. Hans Saalfeld ist auch weiterhin in einigen politischen und sozialpolitisch geprägten Aufgaben tätig. Als Langenhorner Bürger hat er sich stets um die mit den Flughafen verbundenen Probleme bemüht. So u. a. als stellvertretender Vorsitzender in der Fluglärmschutzkommission am Flughafen und als 2. Vorsitzender der Notgemeinschaft der Flughafen Anlieger Hamburg e. V. Bereits am 5. November 1970 brachte er den Antrag zur Einrichtung der Stelle des Fluglärmschutzbeauftragten (Fluglärmschutzkommission) in der Bürgerschaft ein.

Für durch öffentliches Wirken erworbene bleibende Verdienste um Hamburg wurde ihm am 5. Oktober 1993 als hohe Auszeichnung die Bürgermeister-Stolten-Medaille durch den Senat verliehen.

Impressum:
Angaben gemäß § 5 TMG:
H.-Jürgen Reichel
Albert-Schweitzer-Str. 23
22844 Norderstedt
Kontakt:
Telefon: +49 (040) 5229456
Telefax: +49 (040) 5229456
E-Mail: h.-juergenreichel@hotmail.de